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Geschichte

Chronik des Turnverein Jahn Gratwein

verfasst am 20. Mai 2012 von DI.Helmut Hubmann, Obmann des TV Jahn Gratwein

Am 14. August 1902 wurde der Turnverein Jahn Gratwein als „Deutsche Turnverbindung Jahn Gratwein“ gegründet. Wie bereits aus dem Namen hervorgeht, war das Turnen nach Friedrich Ludwig Jahn, Ziel und Inhalt dieser Verbindung. Unsere Vereinsfarben sind
-schwarz, weiß, rot-, unser Wahlspruch -Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei- , die vier „F“, die auch das Vereinslogo zieren.

Zum ersten Obmann wurde der Vorstand des Gratweiner Bahnhofes, Herr Josef Markl, gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren Alois Rhaba, Paul Nekowitsch, Alois Haunigg, Franz Hadler, Franz Kleiner, Georg Plach und Emma Nekowitsch.

Vor 1918 waren wir Mitglied im Turnkreis Deutschösterreich, Turngau Südösterreich. Nach Ende des 1. Weltkrieges traten wir dem gemeinsamen Dachverband „Deutscher Turnerbund“ (1919) bei. Zu dieser Zeit zählte unser Verein ca. 69 Mitglieder, der neben dem eigentlichen Geräteturnen auch Turnerfahrten, die Pflege des Gesanges sowie gesellige Zusammenkünfte veranstaltete.

Zum 25 jährigen Gründungsjubiläum marschierten am Abend des 13. August 1925 etwa 120 Turner in einem prächtigen Fackelzug unter den Klängen der Marktkapelle Gratwein durch den festlich geschmückten Ort. Zur Erinnerung wurde ein wunderschön gestickter Wimpel, gewidmet von den „Gratweiner Frauen“, dem damaligen Vereinsobmann,
Tbr.Hans Mittendorfer, übergeben.

In den ersten 30 Jahren des Bestehens wurde im Turnsaal der Volksschule Gratwein und in, für Leibesübungen hergerichteten Räumen, aber auch sehr viel im Freien geturnt. Die Teilnahme an Bergturnfesten anderer Vereine aber auch an Kreis- und Gauturnfesten erfolgte regelmäßig.

Mitte der 1930-er Jahre herrschten in Österreich bürgerkriegsartige Zustände. Nach dem Februarputsch der Sozialisten und dem Putsch von Wiener Sturmscharen (SS) wurden viele sozialistische, nationalsozialistische, aber auch deutschnationale Organisationen und Vereine verboten. Davon blieb auch unser Verein nicht verschont. Obwohl einige Turnbrüder wegen politischer Betätigung vom Verein ausgeschlossen wurden, wurde die „Deutsche Turnverbindung Jahn Gratwein“ im Jahr 1934 aufgelöst und das wenige Vereinsvermögen vom Staate konfisziert.

Von 1935 bis 1954 gab es den Turnverein Jahn Gratwein nicht.
Erst 1955, also 10 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs, beschloss eine kleine Gruppe Turnwilliger, den Turnverein Jahn Gratwein wieder aufleben zu lassen. In der Gründungsversammlung vom 29.Dezember 1955 wurde ein neuer Turnrat unter dem Obmann Ing.Hugo Zeisberger gewählt.

Nach der 1. Turnratsitzung am 13. Jänner 1956 wurde am 17. Mai mit dem Turnbetrieb begonnen: Die Vortuner wurden vom Allgemeinen Turnverein Graz gestellt (Dr. Helfrich, Herr Simon, Frau Prof. Buchner).

Geturnt wurde im Turnsaal der neu errichteten Hauptschule Gratwein. Die Geräte wurden zum größten Teil in Eigenregie hergestellt bzw. Onkel Fritz (Langmann) hat so manches Gerät über die schlechte Zeit gerettet.

Ein Jahr später, am 8.Dezember 1956, fand nach 23 Jahren Unterbrechung die erste Julfeier im Hotel Fischerwirt statt. Unter den Gästen befand sich auch das einzige damals noch lebende Gründungsmitglied aus dem Jahre 1902, Ehrenobmann Paul Nekowitsch.

Am 24. Juni 1956 wurde das 11. Plesch-Bergturnfest in Verbindung mit einer Sonnwendfeier veranstaltet. Dem damaligen Sieger Kurt Remele vom Brucker Turnverein konnten wir beim 61.Plesch-Bergturnfest am 25.Juni 2006 zum 50-jährigen Jubiläum
persönlich gratulieren.

Unter der Leitung des Obmannes wurde an der Faustballmeisterschaft teilgenommen, auch Skirennen und Schwimmwettkämpfe wurden beschickt.

1959 sind wir beim Gauturnfest in Gleisdorf mit einer kleinen Vertretung aktiv gewesen und konnten erstmals den festlichen Rahmen miterleben und Eindrücke sammeln.

Natürlich kam das Gesellige nicht zu kurz, am 23. Jänner 1960 wurde das 1. Turner-kränzchen veranstaltet. Erstmals wird 1960 das Bundesturnfest in Graz abgehalten, von den 20 Gemeldeten waren viele erfolgreich. Der Festzug durch die Herrengasse war im Blumenregen ein unvergessliches Erlebnis.

Immer wieder rückte eine stattliche Anzahl von Aktiven zu Bergturnfesten aus, wie am
1. Mai 1962 mit 40 Teilnehmern. Die besten Platzierungen erreichten Frau Elvira Hartstein und Mag. Rudi Fischer, der auch als Reiseführer hervorragend agierte und für Unterhaltung sorgte. Im selben Jahr ist die Familie Bechtloff von Wien nach Gratwein gesiedelt. Herr Bechtloff wurde auf Grund seiner langjährigen Erfahrung in einem Wiener Turnverein und seinen Kenntnissen gleich in den Turnrat aufgenommen und fungierte als Vorturner vieler Riegen. Er prägte durch viele Jahre unseren Verein und wir sind ihm großen Dank schuldig.

Für das Bundesturnfest in Innsbruck übten 20 Teilnehmer unter Otto Bechtloff fleißig und erzielten schöne Erfolge.

Ein tragisches Bergunglück am Hochschwab riss 1966 Gerd Hartstein, den Jugendwart und Vorturner, aus unserer Mitte.

Hans Stadler wurde 1967 Jugendwart. In dieser Zeit wurde mit dem TV Frohnleiten Verbindung aufgenommen und über ein Jahrzehnt ein gemeinsames Anturnen mit Leichtathletik und einem abschließenden Fußballspiel abgehalten.

1968 erreichte unsere Vorturnerin Franziska Malli bei den Landesmeisterschaften des ÖTB den guten 3. Platz. In Wels trat 1969 die Jugend im Wimpelwettstreit an und landete im Mittelfeld.

Nach 13 Jahren legte Ing. Hugo Zeisberger 1969 das Amt des Obmannes zurück und
Dr. Willi Hartstein übernahm für ein Jahr diese Funktion.

Hans Laufer wurde 1970 Obmann. Eine Wimpelwettstreit-Mannschaft bereitete sich im Juni 1970 für das Gauturnfest in Schladming vor und nahm erfolgreich daran teil. Dies war der Probelauf für das im Juli 1971 in Linz stattfindende Bundesturnfest, woran 21 Turn-geschwister teilnahmen. Die Erfolge waren beachtlich. Ein 8. Platz unter 43 Mannschaften und ein 2. Rang im Gruppenwettkampf waren ausgezeichnete Ergebnisse.
Ab dieser Zeit wurde Volleyball regelmäßig gespielt und Vergleichwettkämpfe mit anderen Vereinen ausgetragen.

1973 mußte Tbr. Herr Bechtloff aus gesundheitlichen Gründen seine Vorturnertätigkeit niederlegen. Daraus entstand ein großes Vorturnerproblem, ausgerechnet in der Vorbereitungsphase für das Bundesjugendtreffen in Kufstein. Doch unsere 33 Aktiven profitierten von der guten Vorarbeit und erreichten durchwegs gute Plätze. Insbesondere unsere Mädchenmannschaft bestehend aus Ilse Ogrisek, Olivia Jelesits, Ulli Alker und Margret Schmidt, erkämpften den stolzen 1. Platz, eine einmalige Leistung. Hans Stadler,
TV Jahn Gratwein gewinnt die Allgemeine Klasse der Herrn beim Bergturnfest am Demmerkogel mit damals noch mit über 400 Teilnehmern.

1974 gibt Herbert Kozak nach 15 Jahren das Amt des Oberturnwartes an Hans Stadler ab und wird Turnwart des Turngaues Steiermark. Mit den Turnvereinen Frohnleiten und Deutschfeistritz wurde mehrmals ein Vielseitigkeitswettkampf ausgetragen, Leichtathletik, Turnen und Fußball.
„Onkel Fritz“ Langmann, erster Turnwart nach Wiedergründung, stirbt.

Ein Vereinsvergleichs-Wettkampf mit dem TV Lienz wird 1975 ausgetragen und von uns gewonnen. 1976 wurde Hans Stadler von Peter Bechtloff als Turnwart abgelöst und dieser wird wegen beruflicher Veränderung 1977 wieder von Herbert Kozak ersetzt. Der Turnsaal in der neuen Hauptschule wird bezogen.

Die jährlichen lustigen Zeltfeste beim Modibauer, als letztes Zusammentreffen vor den Ferien, werden eingeführt. Dr. Willi Hartstein langjähriger Obmann-Stellvertreter, stirbt 1979 überraschend. Zum Bundesjugendtreffen in Ybbs fahren 25 Teilnehmer und erringen im Mannschaftswettkampf den 8. Platz unter 20.

Einen schweren Verlust verzeichnet der Verein im Jänner 1980 als Otto Bechtloff nach schwerer Krankheit verstarb. Seine Frau, die ebenfalls als Vorturnerin, insbesondere bei den Frauen, tätig war, übersiedelt später mit Sohn Peter nach Villach.

Für das Bundesturnfest in Villach 1981 haben sich 17 Turner und Turnerinnen gemeldet, unter anderem auch eine Volleyballmannschaft, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Im Rahmen der 80-jährigen Gründungsfeier 1982 wurde ein vielseitiger Vereinsvergleichs-wettkampf mit dem Turnverein Villach absolviert, der Rückkampf erfolgte ein Jahr darauf in Kärnten und war für uns ein voller Erfolg. 1984 erfolgt ein Obmannwechsel. Hans Laufer übergibt nach 14 Jahren Amtszeit an Dr. Gernot Fischer. Seit 1990 ist Dipl.-Ing. Helmut Hubmann an erster Stelle im Turnverein.

Nach weiteren 10 Jahren als Oberturnwart wird Herbert Kozak 1987 von Helmuth Siegl abgelöst. Dieser bleibt bis 1990 in dieser Funktion.

Beim Gauturnfest in Judenburg waren 8 Mannschaften in verschiedenen Disziplinen angetreten.

Am 14.04.1991 verstarb der langjährige Obmann Hans Laufer. Seit 1992 ist nun Dr. Ulla Kassegger als Oberturnwart im Verein tätig.

1992 verfassten wir eine Vereinsbroschüre zum 90-jährigen Gründungsjubiläum des Turnvereins Jahn Gratwein.

Altobmann Zeisberger ist 2001 verstorben.

Zwei Mädchenmannschaften fuhren mit Dr. Ulla Kassegger und Gudrun Moretti im Jahre 2000 zum Landesturnfest nach Langenwang und 2001 zum Bundesturnfest nach Salzburg mit und konnten sich dort gut platzieren.

1997 nahmen wir erstmals am Gemeindeturnier im Eisstockschießen in Gratwein teil.
Zuerst nur als gesellige Unterhaltung gedacht, steigerte sich unser Ehrgeiz, sodass wir
im Jänner 2009 den 2. Platz von 15 Mannschaften erreichen konnten.

1998 haben wir einen 10 m2 großen Raum in Gratwein, Reinerstraße 13 als Geräte-kammer angemietet, weil die alten Räumlichkeiten im Langmann-Hof baufällig wurden.

Am 22. Juni 2002 wurde das 100-jährige Gründungsjubiläum des Turnvereins Jahn Gratwein im Rahmen einer Festveranstaltung gefeiert.
Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Turnerkreisen konnten sich in der „ ausverkauften“ Mehrzweckhalle Gratwein von den vielfältigen Leistungen unserer Turnerinnen und Turner überzeugen. Gezeigt wurde ein festliches Fahnenschwingen zur Eröffnung, Übungen am Schwebebalken und Boden und ein gemischtes Springen über den hohen Tisch. Mit einer Volkstanzvorführung und anschließendem Büffet kang der Abend aus.
Am 1.April 2006 fand der Landesturntag des Turnerbundes Steiermark in Gratwein statt.
Neben dem Landesturnrat mit Obmann Ing. Adolf Engler und zahlreichen Vereinsboten
aus den steirischen Vereinen beehrte uns auch der Bundesobmann Dr.Herwig Braunböck mit seiner Anwesenheit.

Seit den 70-er Jahren wird im Turnverein Volleyball gspielt. Durch Erfolge bei zahlreichen Hobbyturnieren und dem 1.Platz im Mixed Bewerb beim Bundesturnfest 2001 in Salzburg beflügelt, beschlossen einige Junge aus unserem Verein ( Markus Kozak, Dieter Cendon,
Karl Hörmann) auch an den steirischen Volleyballmeisterschaften teilzunehmen. Zusammen mit Spielern aus dem Verein UVC Graz gründeten sie 2007 eine eigene Sektion „ Volleyball“ innerhalb des Turnvereins. Als sicherlich größter Erfolg ist der Steirische Meistetitel in der Saison 2004/2005 zu erwähnen.
Neben dem Meisterschaftsbetrieb betreuen die Volleyballer noch eine Volleyball Jugend-und Kindergruppe im Verein und richten jährlich zu Ostern und im Sommer ein Volleyball-turnier in Gratwein aus, an dem bis zu 20 Hobbyvereine aus nah und fern teilnehmen.